Die Theaterpädagoginnen

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Das Faszinierende an der Plattform theaterblogs.de ist, das sie die ganze Vielfalt der Theaterszene abbildet. Versucht man die bunte Sammlung an Weblogs ein wenig zu ordnen, so ergibt sich ein Bild, das vier verschiedene Blogtypen erkennen lässt:

Da ist zunächst der reine „Präsentationsblog“, der bei theaterblogs.de die längste Tradition hat. Der Blog wird dabei relativ statisch zur Wiedergabe von Fotos, Vita, Videos und Audios verwendet, wie man gut bei Franziska Böhm oder Roman Konieczny sehen kann.

Dem Bloggergedanken näher sind die „Emotionsblogs“, weil sie für das (un)regelmäßige Schreiben von Beiträgen über das eigene Leben verwendet werden. Die Emotionsblogs zeichnen sich durch die sehr persönliche und subjektive Erzählweise des Erlebten aus. Kommentare beinhalten oft persönliche Anteilnahme. Mit ihrem Auftritt prägt diesen Stil z.B. Birgit Lange.

Die dritte Variante ist das, was man als „Expertenblog“ bezeichnen könnte. Der Weblog von Lukas Jan Reinhard fällt in diese Kategorie. Expertenblogs beschäftigen sich mit aktuellen und kontrovers diskutiertem Theater- bzw. Künstler-Spezialwissen, z. B. dem Thema "Urheberrecht im Internet". Die Kommentare sind üblicherweise lang, da sich andere Experten zu diesen Beiträgen äußern und normalerweise eine echte Diskussion entsteht.

Unter „Aktions- und Kampagnenblogs“, der vierten Spielart, versteht man Weblogs, die genutzt werden, um Theater oder Theaterthemen bekannter zu machen, und die das vor allem damit erreichen wollen, indem sie die Besucher aktivieren und animieren, sich zu beteiligen. Ein Beispiel dafür ist das Theater "Hamburger Sprechwerk" mit ihrem erfolgreichen "Besucher-Blog". Zu jedem Stück posten hier die Zuschauer ihre persönliche Kritik. Das Sprechwerk setzt lediglich die Vorankündigung des Stücks als Beitrag auf den Blog.

Der Blog, den ich Euch heute vorstellen möchte, ist keiner Gruppe so recht zuzuordnen. Es müsste vielleicht doch noch eine fünfte Kategorie geben. Eine Mischform nämlich, die wohl derzeit das Gros der Blogs bei theaterblogs.de ausmachen dürfte: den „Präsentationsblog ergänzt um erzählerische Elemente“.

Der Blog Theaterpädagogik von Kathrin Messerschmidt und Vera Hüller ist einerseits ganz klar ein Präsentationsblog - schließlich möchten die beiden vorrangig ihre Institution vorstellen, in dem sie „auf den folgenden Seiten (…) über die berufsbegeitenden theaterpädagogischen Weiterbildungen an der Otto-Suhr-Volkshochschule in Berlin-Neukölln informieren.“

Andererseits begrüßen die beiden Frauen ihre Besucher bloggergemäß mit einer Nachrichtenseite, die sie geschickt in der Seitenübersicht als ihren „Blog“ herausheben.

Zwar bestehen die Beiträge vorrangig aus Terminen und Ankündigungen. Doch würzen fantasievolle Überschriften, farbenfrohe Textformatierungen und Bildercollagen diese so wunderbar, dass schon die Ansicht dieser Seite Spaß macht.

Der Blog ist durchgängig in den Farben weiß, grau, blau und orange gehalten, was sehr harmonisch wirkt und auch die „reinen“ Informationsseiten (Intro, Weiterbildung, SpielleiterIn, TheaterpädagogIn, Dozententeam, Volkshochschule, BuT) lebendig und leicht daherkommen lässt. Kleine Fotos verleihen den Texten zusätzlichen Charme.

Über die beiden Protagonistinnen der vorgestellten Theaterpädagogik, Kathrin Messerschmidt und Vera Hüller, erfahren wir nur soviel Persönliches, als dass die eine „Schauspielerin, Theaterpädagogin, Theaterwissenschaftlerin“ und die andere „Theaterpädagogin, Regisseurin, Theaterwissenschaftlerin“ ist. Das Erscheinungsbild der beiden Frauen bleibt mangels bildnerischer Darstellungen der Vorstellungskraft des Besuchers überlassen.

Doch diese Fokussierung auf sachliche Informationen setzt ganz klar ein Zeichen: Hier steht die Arbeit des Frauen-Teams im Vordergrund.

Seriös und doch spielerisch - diese Mischung ist den Leiterinnen für Theaterpädagogik in ihrer Präsentation gelungen. Wer vorhat, in diesem Bereich eine Weiterbildung zu machen und dem Berlin nicht zu weit ist, sollte unbedingt auf dem Blog von Kathrin Messerschmidt und Vera Hüller vorbeischauen.

Renate Panke

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