Er führt die Top Ten der 'meist besuchten' und 'meist kommentierten' Blogs an und das nach nur gut einem Monat: Die Rede ist von Carsten Sommer und seinem Sommernachtstraum-Blog.
Auch wenn der Autor in seinem jüngsten Beitrag selbst als Kommentator auftritt, kommen wir bei der Vorstellung des 'Blog des Monats' nicht an ihm vorbei. Stellt sich nur die Frage: Worum geht's denn da eigentlich?
Der Blog-Untertitel gibt erste Auskunft: 'Gemeinsam Theater machen', und auf der Seite 'Über das Projekt' wird die Sache richtig konkret.
Da heißt es:
"Wir möchten "Ein Sommernachtstraum" inszenieren. Auf einer Wiese. Im Wald: Menschen, Licht, Feuer, Wasser, Musik, Sprache, Chöre. Der Mond, Nebel, Tiere…Wir brauche Leute die mitmachen. Ideen, Visionen, aber auch Infos über Beantragung von Geldern, Sicherheit, Veranstaltungsordnung. Wir brauchen Kostüme, Licht, Bühnenbauten. Wir brauchen Schauspieler, Tänzer, Musiker. Wir brauchen eine eigene Übersetzung. Wir brauchen DICH. Denn nur gemeinsam wird aus dem Traum ein Projekt. Der Sommernachtstraum!"
Erste Textentwürfe werden von Carsten Sommer vor- und zur Diskussion gestellt.
Vorweg einmal festgehalten: Es ist wirklich eine geniale und mutige Idee, ein Theaterstück im Internet, respektive dem eigenen Blog entwickeln zu wollen und andere daran zu beteiligen. Sie verdient Respekt und eine ernsthafte Auseinandersetzung. Dass der Ansatz auf offene Ohren gestoßen ist, zeigt denn auch die große Resonanz an Kommentaren und Besuchen. Was die einzelnen Beiträge angeht, so geht diesen jedoch teilweise jedwede Qualität ab, was den spontan vorbeischauenden Besucher umgehend vergrault haben dürfte.
Der Autor selbst hat denn auch jüngst resigniert die Konsequenzen gezogen, sein Projekt geschlossen und mit dem Beitrag 'Offenes Buch' einen thematisch offenen Diskussionsfaden eröffnet.
Für eine Theater-Community ist es ein Armutszeugnis, dass kreative Ansätze in kürzester Zeit rücksichtslos platt gemacht und ihre Initiatoren entmutigt werden. Wir sollten uns alle einmal überlegen, wie viel Toleranz und Sensibilität wir von anderen erwarten und wie viel wir im Gegenzug selber zu geben bereit sind.
Vielleicht gibt uns Carsten ja eine zweite Chance…?
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Der Blog des Monats wurde ausgewählt und kommentiert von Renate Panke
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36 Tage lang erfreut uns Esther mit ihren Eintragungen in ihr "kunstseidenes Probentagebuch". Sie lässt uns teilhaben an ihren Zweifeln, ob sie es schaffen wird, einen Monolog zu meistern: "Ich habe noch NIE über den Zeitraum von einer Stunde allein ein Stück getragen. Und genau das darf, soll und muss ich hier tun…. Oh, ich werde diese Bretter besabbern, ich werde sie lieben und hassen, verführen und anbeten, sie bestaunen und mich vor ihnen ängstigen … und alles in allem bedeutet dieses Tun dann die Welt!"
Sie erzählt von Lob, Findungen und ihrer allmählichen Annäherung an die Figur. Manchmal kommt sie beim Entwickeln der drei Frauencharaktere an ihre Grenzen und sehnt sich dann nach einem "talentfreien Kollegen", der statt ihrer mit Handlungsanweisungen belegt wird. Schließlich kommt auch die "erwartungsgemäße Horrorprobe" bei der man sich "Stunden um Stunden um ein Ergebnis bemüht, das mit jedem Mal spielen in weitere Ferne zu rücken scheint." Doch nach 35 Probetagen ist die Premiere in einer Kreuzberger Fabriketage da - und der Künstlerin wird sie zum "Genuss". Ob das Stück ein wirtschaftlicher Erfolg ist oder wird, scheint nicht wichtig. Als Belohnung nimmt Esther die Requisiten mit nach Haus. Auch das Britney Spears Songbook, welches sie sich als anzustrebendes Ziel während der nächsten Hungerkur in Kühlschranknähe platzieren will…
Wir danken Esther für ihre wunderbaren Aufzeichnungen. Mit den Worten eines Premierengastes: "Das Stück war ein Glücksgriff. Deine Geschichte hat uns gefallen."
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